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Wiedereinsteigerkurs - Preisverleihung

Der Wiedereinsteiger-Kurs der Diakoniestation Teck  für Frauen nach der Familienpause gewinnt
HÄUSLICHE PFLEGE Innovationspreis 2013

Kirchheim - Das Wiedereinsteigerprogramm "Raus aus dem Haus – und zurück in den Pflegeberuf!" der Diakoniestation Teck im baden-württembergischen Kirchheim hat den mit 5000 Euro dotierten HÄUSLICHE PFLEGE Innovationspreis 2013 gewonnen. Das Projekt ist eine pragmatische Antwort auf den Personalmangel in der Pflege: Wenn Frauen für die Familie aus dem Pflegeberuf aussteigen bzw. pausieren, trauen sie sich den Wiedereinstieg oft nicht mehr zu. Also hilft man ihnen dabei – mit einem kompakten Seminarprogramm. Das hat die Fachjury des HÄUSLICHE PFLEGE Innovationspreises überzeugt.
Die Diakoniestation Teck in Baden-Württemberg hat etwa 160 Mitarbeiter und rund 600 Pflegekunden. Trotz gezielter Mitarbeiterbindung muss sie mit Fluktuation durch Verrentung, Wegzug und Schwangerschaft kämpfen. "Rund 80 % der Berufseinsteiger zwischen 35 und 44 Jahren verweilen laut Statistik nach 10 Jahren noch im Krankenpflege-Beruf! Deshalb haben wir uns auf diese Personengruppe konzentriert", sagt Pflegedienstleiterin Gabriele Steiner. "In unserer Projektgruppe ‚Personalgewinnung‘ kam uns dann der Gedanke, ein Wiedereinsteigerseminar für examinierte Pflegefachkräfte zu initiieren, die längere Zeit aus dem Pflegeberuf ausgestiegen waren."

Ängste nehmen: ein Update in Medizin, Pflegestandards und Technik für die Wiedereinsteigerinnen

Das Projektteam fand Sponsoren: den Krankenpflegeverein Jesingen und den Förderverein der Diakoniestation Teck. Nach einer gezielten Werbeaktion meldeten sich in kürzester Zeit 20 Teilnehmerinnen zum Seminar an. Davon blieben 17 dabei und besuchten hoch motiviert das Seminar. Die Teilnahme war kostenlos, die Termine gezielt auf Frauen mit Familie abgestimmt. Das Seminar dauerte insgesamt neun Tage und umfasste von SGB XI bis Notfalltraining, von Datenschutz bis Kinästhetik sämtliche Bereiche, die in der ambulanten Pflege wichtig sind. "Vier Frauen mit unterschiedlichem Beschäftigungsumfang wurden noch während des Seminars eingestellt, insgesamt sind es fünf", berichtet Steiner.

Weitere Teilnehmerinnen zeigten großes Interesse, demnächst wieder in der Pflege zu arbeiten. So lässt sich langfristig ein Bewerber-Pool aufbauen. "Ein großer Vorteil ist, dass man sich im Laufe dieses Programms gegenseitig kennenlernen kann. Und die Teilnehmer können bei den Hospitationen auf Pflegetour in die Praxis hinein schnuppern und andere Mitarbeiter befragen", so Steiner. Der HÄUSLICHE PFLEGE Innovationspreis sei eine Wertschätzung für die viele Arbeit, die in dem Projekt stecke. "Wir freuen uns riesig!" Das Preisgeld möchte der Pflegedienst nutzen, um weiter Personalgewinnung zu betreiben, "aber auch um Mitarbeiterbindung voranzutreiben und manches möglich zu machen, was sonst nicht möglich wäre", so die Pflegedienstleiterin. Auch für
Geschäftsführerin Ulrike Schmid ist die Auszeichnung eine wichtige Bestätigung: "Der Einsatz hat sich gelohnt!" Beide unterstreichen den wichtigsten Erfolg des Projekts: Fünf neue Mitarbeiterinnen gewonnen zu haben.

Der HÄUSLICHE PFLEGE Innovationspreis würdigt beste Management-Lösungen ambulanter Pflegedienste und wird seit dem Jahr 2005 von der im Vincentz Network erscheinenden Fachzeitschrift HÄUSLICHE PFLEGE verliehen. Der Preis ist bewusst nicht auf ein Thema festgelegt, sondern offen für alle Konzepte aus dem Managementbereich ambulanter Dienste. Bewerben können sich alle Pflegedienste und Sozialstationen in Deutschland mit von ihnen umgesetzten Lösungen. Eine Fachjury ermittelt aus den eingereichten Bewerbungen die innovativste Lösung.

Wiedereinsteigerkurs

Im Bild sehen Sie: Monika Gaier (2. von links), Chefredakteurin der Fachzeitschrift HÄUSLICHE PFLEGE, überreichte den HÄUSLICHE PFLEGE Innovationspreis 2013 Preis an die Diakoniestation Teck. Es freuen sich Ina Keller (Assistentin der PDL, ganz links), Ulrike Schmid (Geschäftsführerin, 3. von links), Gabriele Steiner (Pflegedienstleitung, 2. von rechts) und Andrea Reh (stellv. PDL, ganz rechts). Foto: Eduard Mayer

 

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